Johannespassion BWV 245

Samstag · 17. März 2018 · 19.30 Uhr
Johann Sebastian Bach: Johannespassion BWV 245

Wie mögen die Besucher der Vesper am Karfreitag 1724 in der Leipziger Nicolaikirche reagiert haben? Johann Sebastian Bach war nach seiner Übersiedelung von Weimar nach Leipzig zum ersten Mal verantwortlich für die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes und präsentierte seine Johannespassion. Heute wissen wir, dass diese Musik im musikalischen Ausdeuten der Passionsgeschichte einen einzigartigen Höhepunkt markiert.

Agnes Kovacs, Sopran
Nicole Pieper, Alt
Joachim Streckfuß, Tenorarien und Evangelist
Markus Flaig, Bassarien
Stefan Keylwerth, Bass Jesusworte
Kantorei der Bergkirche
Barockorchester capella montana (mit historischem Instrumentarium)
Leitung: Christian Pfeifer

Karten: 12 bis 30 Euro

 

 

Vitae der Solisten:

Die Sopranistin Agnes Kovacs wurde in Budapest geboren und stammt aus einer Musikerfamilie.Nach einem Studium an der Franz Liszt Musikakademie in Budapest im Fach Dirigieren, das sie mit Auszeichnung abschloss, studierte sie Gesang bei Heidrun Kordes an der Hochschule für Musik in Frankfurt.  Sie arbeitete mit Dirigenten wie Howard Armann, Ivan Fischer, Nicolas McGegan, Helmuth Rilling, Michael Schneider und György Vashegyi zusammen. Sie musizierte mit Orchestern wie dem Konzerthausorchester Berlin, Balthasar Neumann Ensemble, NDR Sinfonieorchester, MDR Sinfonieorchester und dem Orfeo Orchester Budapest. Gastengagements führten die Sopranistin bereits zu namhaften Festivals wie dem Musikfest Berlin, dem Schleswig-Holstein Musikfestival und zum Budapester Frühlingsfestival. In 2015 debütierte sie bei den Salzburger Festspielen als Second Woman in Purcells „Dido und Aeneas“ unter der musikalischen Leitung von Thomas Hengelbrock.

Die Altistin Nicole Pieper studierte an der Hochschule für Musik in Detmold bei den Professoren Gerhild Romberger und Thomas Quasthoff. Private Studien bei Caroline Stein sowie Meisterkurse bei Juliane Banse, Christa Ludwig, Dietrich Fischer-Dieskau, Cord Garben und Christoph Prégardien gaben ihr wichtige Impulse. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Sie mit Kammersänger Harald Stamm. Nicole Pieper ist Gewinnerin des Landeswettbewerbes für Gesang in Nordrhein-Westfalen und war Finalistin des Bundeswettbewerbes in Berlin. Zahlreiche Engagements führten sie in renommierte Konzertsäle Europas, Russlands und Südamerikas, so z.B. in das Gewandhaus zu Leipzig, das Festspielhaus Baden-Baden, die Alte Oper Frankfurt, die Philharmonie in St. Petersburg und Danzig, die Hamburger Laeiszhalle, in die Staatsoper Hannover und zu internationalen Festivals wie dem Bachfest Leipzig, dem MDR Musiksommer und den Brühler Schlosskonzerten. Dabei arbeitete sie mit Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Olof Bomann, Ariel Zuckermann, Howard Arman, Andreas Spering, Jun Märkl, Christian Kabitz und Benjamin Reiners zusammen. Ihre Konzertaktivität umfasst zahlreiche Auftritte mit namhaften Klangkörpern wie dem MDR Sinfonieorchester, dem State Hermitage Orchestra, dem Niedersächsischen Staatsorchester, dem Thomanerchor Leipzig, der Baltischen Philharmonie Danzig, den Hofer Symphonikern, dem Kölner Kammerorchester und Kölner Bach-Verein. Nicole Pieper wirkte bei zahlreichen Rundfunkproduktionen mit (u.a. NDR, MDR, SWR, WDR, ORF).

Der Tenor Joachim Streckfuß wurde in Tuttlingen/Baden-Württemberg geboren. Nach einem Gesangspädagogikstudium in Freiburg im Breisgau bei Angela Nick führte er sein Studium in der Klasse von Robert Schunk an den Musikhochschulen Köln und Aachen fort, das er 2010 mit Auszeichnung abschloss. Danach folgte ein Aufbaustudium im Fach Historische Interpretationspraxis an der Musikhochschule Frankfurt bei Bertold Possemeyer. Weitere Impulse erhält er durch Zusammenarbeit mit Hartmut Singer und verschiedene Meisterkurse, u.a. bei Kristina Laki und Peter Schreier. Joachim Streckfuß geht einer regen Konzerttätigkeit nach, die ihn zu Engagements im In- und Ausland führen. Er konzertierte unter anderem bei der Ruhrtriennale, dem Festival RheinVokal, dem Bodenseefestival, den Festivals für Alte Musik in Barcelona und Utrecht und dem White-Light-Festival in New York. Dabei umfasst sein Repertoire die großen Oratorien von Barock bis Moderne ebenso wie unbekanntere Werke sowie früheste und zeitgenössische Musik. Seine besondere Liebe zur lebendig historischen Aufführungspraxis spiegelt sich in der Zusammenarbeit mit Ensembles wie Concerto Köln, La Stagione Frankfurt (Michael Schneider), Das kleine Konzert (Hermann Max), Das neue Orchester (Christoph Spering), Johann-Rosenmüller-Ensemble (Arno Paduch), Die Kölner Akademie (Michael Alexander Willens), Les Cornets noirs Basel, Ars antiqua Austria, L’arpa festante oder Elbipolis Barockorchester Hamburg wider, die auch in Rundfunk- und Tonträgeraufnahmen dokumentiert ist. Auf der Opernbühne stand Joachim Streckfuß unter anderem mit dem szenischen Liederabend „Winter.Reise.Lenz“, Joseph Haydns „Il mondo della luna“ am Theater Aachen und Alessandro Stradellas „San Giovannni Battista“ beim Rheingau-Musik-Festival. Neben seinen solistischen Aufgaben ist Joachim Streckfuß seit 2012 festes Ensemblemitglied des WDR-Rundfunkchores Köln.

Der Bariton Stefan Keylwerth wurde in Mainz geboren. Er erhielt bereits früh Klavier- und Gesangsunterricht. Seine Mitgliedschaft in der, von Joshard Daus geleiteten, EuropaChorAkademie führte ihn schon vor Beginn seiner Gesangsausbildung auf internationale Bühnen und ermöglichte ihm die Arbeit mit bedeutenden Dirigenten wie Gustavo Dudamel, Wladimir Jurowski, Christoph Poppen und Sylvain Cambreling. Im Wintersemester 2010 nahm Stefan Keylwerth schließlich seine künstlerische Ausbildung im Studium Gesang/Konzertklasse am Mainzer Peter-Cornelius-Konservatorium bei Joachim Keuper auf und ist seitdem regelmäßig mit Opernpartien des lyrischen Baritonfachs zu hören. Im November 2013 sang er mit großem Erfolg die Titelpartie in Felix Mendelssohns Oratorium Elias im Wiesbadener Kurhaus unter der Leitung von Johannes Püschel. Stefan Keylwerth absolvierte zahlreiche Meisterkurse u. a. bei Judith Lindenbaum und Prof. Thomas Heyer (Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main), dem er entscheidende musikalische Impulse verdankt. Stefan Keylwerth ist festes Ensemblemitglied des Kammerchors Rheinland-Pfalz und tritt bei dessen Konzerten immer wieder solistisch in Erscheinung. Regelmäßige Auftritte im Konzertfach und die Gestaltung von Liederabenden runden die Tätigkeit des jungen Baritons ab und bilden neben dem Operngenre eine wichtige Sparte seiner künstlerischen Arbeit.

Markus Flaig kam über die Orgel zur Musik und über ein Schul- und Kirchenmusikstudium zum Gesang. In Horb am Neckar geboren, studierte er bei Prof. Beata Heuer-Christen in Freiburg und bei Prof. Berthold Possemeyer in Frankfurt am Main; seit einigen Jahren arbeitet er mit Carol Meyer-Bruetting. Konzertreisen führten den Bassbariton durch ganz Europa, nach Kolumbien, Mexiko und Korea sowie nach Japan für eine Tournee unter Masaaki Suzuki, zuletzt nach Brasilien, Uruguay und Argentinien für Aufführungen der h-moll-Messe mit dem Thomanerchor Leipzig. Zahlreiche Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen unter Dirigenten wie Thomas Hengelbrock, Hermann Max und Konrad Junghänel zeugen von seinem breit gefächerten Repertoire. Es reicht von der Renaissance über die Oratorien aus Barock, Klassik und Romantik bis hin zu Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten. 2004 wurde Markus Flaig Preisträger des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig. Mit dem Ensemble Alta Ripa hat er für die edition chrismon sein erstes Solo-Album eingespielt mit Kantaten von Bach ( BWV 82), Telemann und Graupner. Bereits während seines Kirchenmusikstudiums erhielt er einen ersten Gastvertrag an den Städtischen Bühnen Freiburg für die Partie des Azarias in Benjamin Brittens Kirchenparabel „The burning fiery furnace“. Seither war er in Opern von Strauss, Schwehr, Monteverdi, Purcell und Rameau auf den Bühnen von Baden-Baden, Schwetzingen, Bayreuth, Hannover und Frankfurt zu sehen, aber auch in Wiederentdeckungen lange vergessener Opern wie “ Il marito indolente“ des Mozart-Zeitgenossen Joseph Schuster oder „Sardanapalus“ von Christian Ludwig Boxberg. Seit 1997 erarbeitet er sich mit dem Pianisten Jörg Schweinbenz ein umfangreiches Liedrepertoire, wobei die Lieder Hugo Wolfs eine zentrale Rolle spielen.


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